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Größentabellen | Teil 1: Eine Übersicht

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Was für den einen selbstverständlich sein mag, ist für den anderen komplettes Neuland. Dies gilt sicherlich auch für die verschiedenen Größentabellen und Bezeichnungen von Kleidergrößen, die immer mehr Verbreitung finden. Da kann beim Kauf schnell mal die Frage nach der geeigneten Größe zum Anprobieren auftauchen: Ist es Größe 52? Oder doch besser die L? Oder vielleicht eine 102? Und was hat es eigentlich mit der Größe 26 auf sich?

Um diese und auch andere Fragen rund um die in Deutschland gängigsten Größentabellen bzw. -systemen geht es nun und dann auch in weiteren Beiträgen, die noch folgen werden. Daher zunächst einmal einige Grundlagen:

Jedes Größensystem beruht auf einer Körpermaßtabelle, in der bestimmte Werte für relevante Körpermaße vorgegeben sind. Zu diesen Körpermaßen zählen u.a. der Brustumfang, der Taillenumfang (bei Männern meist Bund- oder Bauchumfang genannt), der Hüftumfang und die Körpergröße. Die Körpermaßtabellen sind auch ein Hilfsmittel für die Bekleidungsindustrie. Denn sie geben einen Anhaltspunkt darüber, in welchem Verhältnis die einzelnen Körpermaße zueinander bei den meisten Leuten vorkommen.

Zur Ermittlung der Körpermaßtabellen finden mehr oder weniger regelmäßig Reihenmessungen statt. 2007/2008 hat es in Deutschland mit SizeGERMANY die letzte Reihenmessung gegeben. Exklusiven Zugriff auf die Ergebnisse hatten zunächst nur die Unternehmen, die an der Umsetzung dieser Reihenmessung finanziell beteiligt waren. Erst seit August 2011 können die Ergebnisse auch von anderen Unternehmen nachgezeichnet werden, wobei verschiedene Beteiligungsmodelle zur Auswahl stehen. Davor hatte es bei den Damen 1994 das letzte Mal eine deutsche Reihenmessung gegeben und bei den Herren 1980.

Leider (aus Bekleidersicht) lassen sich die Ergebnisse der Reihenmessungen nicht einfach so von einem Land auf ein anderes übertragen. So sind in Italien und Frankreich die Verhältnisse (Proportionen) der einzelnen Körpermaße zueinander anders, als wir es von den deutschen Größentabellen kennen. Tendenziell sind z.B. bei den Maßtabellen südeuropäischer Länder bei gleichem Brustumfang die Körpergröße und die Hüftmaße kleiner.

Und auch bei der Größentabelle des eigenen Landes sollte man nicht erwarten, dass man sich mit all seinen Körpermaßen bei ein und derselben Kleidergröße wiederfindet. Meist lassen sich einige Maße der einen Kleidergröße und andere Maße einer weiteren Größe zuordnen. Hier gilt tatsächlich: Wer es zu genau nimmt, der kann verzweifeln.

Daher empfiehlt es sich, sich bei der Ermittlung der eigenen Kleidergröße auch nur auf einige wichtige Maße zu konzentrieren. Und nach Möglichkeit sollte man dazu die Maßtabelle des jeweiligen Bekleidungsanbieters als Grundlage nehmen. Viele Anbieter haben inzwischen eigene Maßtabellen, die in den meisten Basismaßen übereinstimmen, aber wo es durchaus sinnvolle Anpassungen gegeben hat. Ich kenne es z.B. so, dass vielfach die Körpergröße der eigenen Zielgruppe angepasst wurde.

Doch bereits durch das Vergleichen der eigenen Werte für Brust- und Taillenumfang mit denen der Maßtabelle bekommt man einen recht guten Anhaltspunkt, mit welcher Größe man beim Anprobieren einer Jacke beginnen sollte, während man sich für die Hosenanprobe u.a. den Taillen-/Bundumfang und die Schrittlänge genauer anschauen sollte.

Und wie diese Größensysteme nun genau aufgebaut sind, damit werden sich die nächsten Beiträge beschäftigen.

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Autor: Eva | STYLE ENGINEERS

Eva ist Bekleidungsingenieurin und entwirft seit 1992 Motorradbekleidung. Außerdem ist sie Inhaberin von STYLE ENGINEERS und und fotografiert für verschiedene Agenturen.

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